Lausa e.V. Weixdorf

Verein zur Erhaltung und Wiederherstellung historisch wertvoller Objekte in Lausa

Einweihung des neuen Sensensteines und Sensenwettstreit am 29.08.09

Es war ein schöner Morgen, der Wind schob die Wolken vor sich her und viele Weixdorfer fanden sich auf dem Rähnitzer Mühlweg 6 ein. Der neue Sensenstein wartete darauf, enthüllt zu werden. Schon ehe das Begrüßungswort gehalten wurde, konnte man den Geschichten über das Wettsensen von 1881 und über den Gustav Lange, welcher den Sensenstein stiftete, lauschen. Zwei Nachkommen des Bauern Lange erinnerten sich noch an alte Bräuche und Sitten der damaligen Zeit. Ihr Urgroßvater war damals 29 Jahre jung, als er zwei Streithähnen namens Opitz und Schneider anbot, auf seiner Nuspenwiese einen Wettstreit auszutragen. Es ging um die Frage welcher besser mit der Sense umgehen könne.
Gesagt getan. Gewinner wurde der Bildhauer Schneider aus Klotzsche. Der Verlierer mußte „1/4 Hectoliter Bier“ bezahlen. Der Bauer Lange stiftete einen Gedenkstein und pflanzte einen Baum zum Andenken an diesen Sensenwettstreit.
Als viele Jahre später der Flughafen ausgebaut wurde, fiel der Baum der Säge zum Opfer, aber der Stein konnte gerettet werden. Hermann Tögel, jeder alte Weixdorfer kennt ihn, brachte den Stein in Sicherheit.
Schon damals war der Stein ziemlich kaputt, man konnte kaum noch die Schrift lesen. Eine Restauration war notwendig. Wieder vergingen viele Jahre. Helmut Claus brachte den Sensenstein zum Steinmetz Thronicke, aber dieser erkannte, dass eine Sanierung nicht mehr möglich war. So lag der Stein viele Jahre zwischen vielen anderen und wartete darauf, wiederentdeckt zu werden.
Als der Lausa e. V. davon hörte, kam wieder Schwung in die Geschichte. Schließlich ist die Erhaltung und Wiederherstellung historisch wertvoller Objekte die Aufgabe, welche wir uns gestellt haben. Aus diesem Grund war uns der Sensenstein eine willkommene Herausforderung.
Heute ist nun schon der Enkel des damaligen Steinmetzen am Werk. Auch er konnte den Stein nicht mehr restaurieren, das Wetter und die Gewalt von russischem Gewehrfeuer machten die Schrift unleserlich. Wir sind Christian Thronicke sehr dankbar, stellte er uns doch einen neuen Sensenstein her.
Nach umfangreicher Recherche mit dem Freundeskreis Heimatgeschichte konnten die Schriftzüge wieder vervollständigt werden.
Nun war der Tag der Wiederaufstellung des Sensensteines gekommen.
Am Hof des Bauern Lange, wo noch heute seine Nachkommen leben, fand der neue Sensenstein seinen Platz.
Was lag nun näher als auch den Sensenwettstreit neu aufleben zu lassen. Nicht weit vom Hof des Bauern Lange, im Schelstal auf der Wiese des Bernd Haufe, sollte der Sensenwettstreit wieder aufleben.
Nachdem der neue Stein feierlich enthüllt wurde zog eine immer größer werdende Menschenmenge in das Schelstal. Die 12 Aktiven wetzten, was das Zeug hielt, die Sensen blinkten in der Sonne. Gleich groß abgesteckte Wiesenstücke, von Bernd Haufe mit viel Elan vorbereitet und eine fachkundige Jury sorgten für gleiche Bedingungen für jeden.
Am Ende konnte der Lokalmatador Bernd Haufe mit einer zehntel Sekunde vor Günther Siebert den vom Lausa e.V. gestifteten Pokal mit nach Hause nehmen.
Es war ein schöner Morgen, der Wind schob die Wolken vor sich her und viele Weixdorfer erlebten ein Stück Heimatgeschichte.
Die im Dunstkreis eines ewig erfolglosen Gaststättenbesitzers herausgegebene Gedenkpostkarte ist leider fehlerhaft. Es wurde vergessen, die Organisatoren, insbesondere die Bürger des Rähnitzer Mühlenweges und des Schelstales, ohne die diese Veranstaltung überhaupt nicht möglich geworden wäre, zu erwähnen.
Wir empfehlen, diese Karten beim Herausgeber zur Korrektur vorzulegen.
Wir als Lausa e.V. möchten uns bei allen bedanken, die zum Gelingen dieses schönen Vormittages beitrugen. Besser kann man Brauchtumspflege nicht zelebrieren.
Vielleicht treffen wir uns ja im nächsten Jahr zum Wettsensen 2010.

Vorsitzender Lausa e.V.
H. Schöbe


Hier geht es zu den Bildern...




© 2017 Lausa e. V. Impressum letzte Änderung: 24.11.2017